Gefahr aus dem Unterholz: Borreliose vs. FSME im Vergleich
Gesundheits-SpezialZeckenbisse: Warum die eine Krankheit heilbar ist, man sich aber nur gegen die andere impfen kann
Mit den steigenden Temperaturen steigt auch wieder die Aktivität von Zecken in Wäldern und auf Wiesen. Doch viele Menschen verwechseln die beiden gefährlichsten Krankheitserreger, die durch Spinnentiere übertragen werden: Borreliose-Bakterien und FSME-Viren. Ein fataler Fehler, denn die Schutzmaßnahmen unterscheiden sich grundlegend...
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Zeckenbisse im Detail: Borreliose versus FSME
Zwei völlig unterschiedliche Krankheitserreger lauern im Gras. Wir erklären, warum Antibiotika nur bei einer helfen und warum die FSME-Impfung lebensrettend sein kann – aber bei Borreliose wirkungslos ist.
1. Lyme-Borreliose
- Erreger: Bakterien (Borrelien)
- Häufigkeit: Sehr häufig in ganz Deutschland
- Symptom: „Wanderröte“ (Erythema migrans)
- Impfung: Nicht verfügbar!
- Behandlung: Gut mit Antibiotika heilbar
2. FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
- Erreger: Viren (FSME-Virus)
- Häufigkeit: Hauptsächlich in ausgewiesenen Risikogebieten
- Gefahr: Hirnhautentzündung, Lähmungen
- Impfung: Ja, sehr wirksam verfügbar!
- Behandlung: Nur Symptomlinderung (keine Heilmittel)
Die Lyme-Borreliose: Der heimtückische Bakterienbefall
Die Lyme-Borreliose ist die am weitesten verbreitete zeckenübertragene Erkrankung in Europa. Verursacht wird sie durch korkenzieherartig geformte Bakterien, sogenannte Borrelien. Da sich diese Bakterien im Darm der Zecke befinden, dauert es nach dem Stich meist 12 bis 24 Stunden, bis sie in die menschliche Wunde gelangen. Schnelles Entfernen der Zecke mindert das Risiko einer Infektion drastisch!
Ein klassisches Anzeichen für eine Infektion ist die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans). Diese kreisförmige Rötung breitet sich Tage bis Wochen nach dem Stich schmerzlos um die Einstichstelle aus.
Wichtiger Therapiehinweis zur Borreliose:
Da es sich bei Borrelien um Bakterien handelt, lässt sich die Krankheit in der Regel hervorragend mit einer mehrwöchigen Antibiotika-Therapie behandeln. Wichtig ist jedoch eine frühzeitige Diagnose, da chronische Verläufe Gelenke und Nervensystem dauerhaft schädigen können. Eine präventive Impfung gegen Borreliose existiert für Menschen derzeit nicht!
FSME: Die Virus-Gefahr direkt beim Stich
Gänzlich anders verhält es sich mit der Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Hier ist der Erreger ein Virus, das sich in den Speicheldrüsen der Zecke befindet. Das bedeutet: Das Virus wird unmittelbar beim Stich übertragen. Schnelles Entfernen schützt hier leider kaum vor einer Infektion, falls die Zecke das Virus in sich trägt.
FSME verläuft oft in zwei Wellen. Nach grippeähnlichen Symptomen kann es bei einem Teil der Patienten zu einer Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns oder des Rückenmarks kommen (Meningitis/Enzephalitis). Dies kann schwerste neurologische Spätfolgen wie dauerhafte Lähmungen nach sich ziehen.
Das Dilemma bei FSME – und die Rettung durch Impfung:
Gegen Viren helfen keine Antibiotika. Es gibt keine Medikamente, die das FSME-Virus direkt bekämpfen können; Ärzte können lediglich die Symptome lindern (Fiebersenkung, Schmerztherapie).
Die extrem gute Nachricht: Gegen FSME kann man sich effektiv impfen lassen!
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung allen Personen, die in Risikogebieten (vor allem Süd- und Mitteldeutschland) im Freien aktiv sind. Der Aufbau des Impfschutzes erfolgt über drei Teilimpfungen und bietet danach einen nahezu 99%-igen Schutz vor schweren Verläufen.
Zusammenfassung: Das müssen Sie wissen
| Merkmal | Borreliose | FSME |
|---|---|---|
| Erreger-Typ | Bakterium (Borrelien) | Virus (Flavivirus) |
| Übertragungszeit | Verzögert (meist erst nach 12-24 Std.) | Sofort beim Zeckenstich |
| Schutzimpfung | Nein (nicht verfügbar) | Ja (sehr wirksam!) |
| Therapie | Ja (Antibiotika helfen) | Nein (nur Symptombehandlung) |
Mini-Quiz: Haben Sie gut aufgepasst?
Testen Sie Ihr Wissen zur Vorsorge bei Zeckenbissen mit dieser kurzen Frage:
Frage: Welche Aussage bezüglich Schutzmaßnahmen und Behandlungen ist korrekt?
3 Goldene Regeln nach einem Zeckenbiss:
- Sofort entfernen: Hebeln oder ziehen Sie die Zecke hautnah mit einer Zeckenkarte oder Pinzette vorsichtig heraus.
- Stelle desinfizieren und beobachten: Markieren Sie die Einstichstelle und beobachten Sie diese bis zu 4 Wochen lang.
- Arzt aufsuchen: Bei ringförmiger Rötung (Wanderröte) oder plötzlichen Grippesymptomen unverzüglich einen Arzt kontaktieren.